Ablation (Medizin)

Ablation (lat. ablatio „Abtragung, Ablösung“) ist ein medizinischer Begriff und steht für das Entfernen von Körpergewebe bzw. Körperteilen. Dies umfasst auch indirektes Entfernen durch Veröden bei Katheterablation. Der Begriff „Amputation“ hat hier eine teilweise synonyme Bedeutung, wobei die Ablation in der Regel ein wesentlich eingeschränkteres Vorgehen bezeichnet (z. B. Lungenvenenablation bei Vorhofflimmern). Jedoch können durchaus auch relativ großflächige Eingriffe als „Ablation“ bezeichnet werden. Ein Beispiel hierfür bildet der medizinische Begriff für die Entfernung der Brustdrüsen („Mamma-Ablation“) oder die Abtragung der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumablation).[1]

Von Ablation wird auch in der Tumor-Therapie gesprochen, wenn Tumorgewebe beispielsweise durch Hitze zerstört wird. Ein Beispiel hierfür ist die Radiofrequenzablation, bei der mit einer Nadel versucht wird, in dem entsprechenden Organ (beispielsweise der Leber) eine oder mehrere Radiofrequenznadeln zu positionieren. Es wird hochfrequenter Wechselstrom durch ein oder mehrere Nadeln „geschickt“, jedoch wird die Nadel gekühlt, so dass nur die Tumorionen zum Schwingen gebracht werden und nur im Tumorgewebe selbst Hitze entsteht, die dann den Tumor zerstört. Dies kann auch bei Tumorherden angewendet werden.

In der Herzchirurgie wird die Ablation beim Auftreten von paroxysmalem, persistierendem oder permanentem Vorhofflimmern durchgeführt. Eine Ablation am Herzen ist eine lokal applizierte Energiedosis, die eine Narbe verursacht. Diese Narbe führt zur elektrischen Isolierung des verödeten Gewebes. Häufig angewendete Therapien sind die Katheter-Ablation, die chirurgische Ablation und die Hybrid-Ablation.[2]

Auch ein vom Körper selbst ausgehender krankhafter Ablösungsprozess wird mit dem Begriff beschrieben, zum Beispiel die Netzhautablösung (Ablatio oder Amotio retinae) oder die vorzeitige Lösung der Plazenta (Ablatio oder Abruptio placentae).

  1. Valeria Dahm: Ablation am Herzen. NetDoktor.de, 31. Januar 2020, abgerufen am 6. November 2020.
  2. Sacha P. Salzberg, Andre Plass u. a.: Left atrial appendage clip occlusion: Early clinical results. In: The Journal of Thoracic and Cardiovascular Surgery. 139, 2010, S. 1269, doi:10.1016/j.jtcvs.2009.06.033.

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