Vulcanus

Vulcanus, Bronzebüste, 2. Jahrhundert, Paris, Louvre Br 39
Vulcanus, Standbild von Bertel Thorvaldsen

Vulcanus (ursprüngliche lateinische Hauptform des Namens Volcanus, zudem Volchanus, Volganus, Volkanus) ist in der römischen Religion Gott des Feuers, zudem der Schmiede sowie aller Metallhandwerker, die auf die Kraft des Feuers angewiesen sind, z. B. der Bronzegießer oder der Münzschläger.

Als Interpretatio Romana des griechischen Gottes Hephaistos gehört zu seinen Aufgaben, Geschmeide oder Bronzetore sowie die Wunderwaffen für die Götter und Halbgötter zu schmieden, z. B. den Wagen für Sol[1] und Waffen für Aeneas.[2] In diesem Zusammenhang gilt Vulcanus als kluger Erfinder. Seine Charakteristika sind entsprechend: handwerklich begabt, schroff und friedliebend. Seine Attribute sind Hammer, Zange, Schmiedeschurz und Amboss.

Mit der Angleichung an Hephaistos wurden im römischen Mythos selbst die näheren Umstände seiner Geburt übernommen. So soll seine Mutter Juno ihn wegen seiner Missbildung aus dem Himmel gestoßen haben, wie es entsprechend die griechische Gottheit Hera mit ihrem Sohn Hephaistos tat.

Dass die Römer den Namen des Gottes von den Etruskern und deren Gottheit (Velkʰans) übernommen und latinisiert haben, ist reine Hypothese. Velkʰans wird mit dem etruskischen Monatsnamen vel(c)itna (= März) und einer Frühlingsgottheit in Verbindung gebracht. Aufgrund seiner späteren Identifikation mit Hephaistos ist der altrömische Gott Vulcanus kaum zu rekonstruieren. Seine Gefährtin ist die italische Göttin Maia.[3] Er ist Vater des Caeculus[4] und des Cacus.[5]

  1. Ovid, Metamorphosen 2,106.
  2. Vergil, Aeneis 8,439–614.
  3. Aulus Gellius, Noctes Atticae 13,23,2.
  4. Vergil, Aeneis 7,679–680 und 10,543–544.
  5. Ovid, Fasti 1,554.

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